Elliott Smith schwirrt im All

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Mehr als 20 Jahre nach seinem Tod trägt nun ein Asteroid den Namen des US-Songwriters Elliott Smith. Eine ungewöhnliche Ehrung, aber passende für diesen stillen Giganten des Indie-Folk.

Der in Edin­burgh lebende Fil­me­ma­cher Orlando Cam­popiano hatte eine Ein­leuch­tung“: Beim Blick in den Nacht­him­mel und dem Hören von Smiths Song Shoo­ting Star“ kam ihm der Gedanke, den 2014 ent­deck­ten Klein­pla­ne­ten nach einem der bedeu­tends­ten Sin­ger-Song­wri­ter der 90er-Jahre benen­nen zu las­sen: Elliott Smith. Inzwi­schen hat die Inter­na­tio­nale Astro­no­mi­sche Union hat den Vor­schlag offi­zi­ell ange­nom­men. Der Aste­roid trägt nun den Namen „(861969) Elliottsmith“.

Eine stille Erinnerung

Wer Elliott Smiths Musik kennt, ver­steht schnell, warum diese Ehrung so gut passt. Seine Songs schie­nen oft zwi­schen Erdung und Schwe­re­lo­sig­keit zu schwe­ben. Statt eines Denk­mals aus Stein kreist nun ein Him­mels­kör­per durch das All – leise, unauf­dring­lich und fern vom gro­ßen Getöse. Wie pas­send! Ein schö­nes Detail: Die Num­mer 861969 ver­weist auf Smiths Geburts­da­tum, den 6. August 1969. Eine kleine Geste für Ein­ge­weihte, ganz im Sinne eines Künst­lers, des­sen Werk von fei­nen Nuan­cen und ver­steck­ten Bedeu­tun­gen lebte.

Mehr als ein Geheimtipp

Cam­popiano hofft, dass die Benen­nung neue Hörer zu Smiths Musik führt. Smith zählt zu den ein­fluss­reichs­ten Song­wri­tern sei­ner Gene­ra­tion, wird aber außer­halb der Indie-Welt aber oft noch immer wie ein Geheim­tipp behan­delt. Alben wie Either/​Or, XO“ oder Figure 8“ haben bis heute nichts von ihrer Inten­si­tät ver­lo­ren. Die offi­zi­elle Wür­di­gung ver­weist zudem auf die wie­der­keh­ren­den Him­mels­mo­tive in sei­nem Werk. Zudem: Smiths Musik war nie laut oder monu­men­tal, son­dern intim, prä­zise und von einer beson­de­ren Zer­brech­lich­keit geprägt.

Tragischer Tod

So zeit­los Elliott Smiths Musik wirkt, so schwie­rig waren seine letz­ten Lebens­jahre. Der Song­wri­ter kämpfte lange mit Alko­hol- und Dro­gen­pro­ble­men, die zeit­weise auch seine Kar­riere und seine Gesund­heit mas­siv belas­te­ten. Smith starb am 21. Okto­ber 2003 im Alter von 34 Jah­ren in Echo Park, Los Ange­les. Er wurde mit zwei Mes­ser­sti­chen in der Brust auf­ge­fun­den. Die genauen Umstände sei­nes Todes sind bis heute Gegen­stand von Dis­kus­sio­nen. Zwar wurde der Fall zunächst als mög­li­cher Sui­zid behan­delt, die Ermitt­lun­gen führ­ten jedoch nie zu einer abschlie­ßen­den Klä­rung. Er wurde von sei­ner dama­li­gen Freun­din Jen­ni­fer Chiba tot auf­ge­fun­den. Laut ihren Anga­ben soll es zuvor zu einem Streit gekom­men sein, wor­auf­hin er sich die Sti­che selbst zuge­fügt habe. Court­ney Love nannte die Tat den bes­ten Selbst­mord, von dem ich je gehört habe“. Das zustän­dige gerichts­me­di­zi­ni­sche Gut­ach­ten ließ die Todes­ur­sa­che letzt­lich offen.

Neue Umlaufbahn

Viel­leicht ist genau das das Schöne an die­ser Nach­richt. Sie erzählt nicht von den tra­gi­schen Umstän­den sei­nes Todes, son­dern davon, dass der Musi­ker ein­fach wei­ter seine Bahn zieht. Und viel­leicht gilt das auch für Elliott Smith. Man­che Musi­ker ver­schwin­den nicht ein­fach – sie wech­seln nur die Umlaufbahn.

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