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Opus Kink

ca. 2 Minu­ten

Opus Kink ist eine 2017 in Brigh­ton gegrün­dete, sechs­köp­fige bri­ti­sche Band, die sich in der aktu­el­len Alter­na­tive-Szene einen Ruf für ihren unbe­re­chen­ba­ren Gen­re­mix aus Post-Punk, Jazz und expe­ri­men­tel­lem Rock erspielt hat. Anstatt sich tra­di­tio­nel­len Genre-Gren­zen zu fügen, kom­bi­niert die For­ma­tion die rohe, düs­tere Ener­gie des Punk mit einer dyna­mi­schen Blä­ser­sek­tion aus Trom­pete und Saxo­phon, psy­che­de­li­schen Key­boards sowie trei­ben­den Rhyth­men, die stark von Funk und Swing inspi­riert sind. Musik­me­dien wie der NME beschrei­ben die­sen mar­kan­ten Sound tref­fend als blä­ser­be­feu­er­tes Chaos“. Mit der Ver­öf­fent­li­chung ihres lang erwar­te­ten Debüt­al­bums The Sweet Good­bye“, unter­mau­ern sie ihren Sta­tus als eine der inno­va­tivs­ten Kräfte der bri­ti­schen Musiklandschaft.

Opus Kink, The Sweet Goodbye

Opus Kink

The Sweet Goodbye

Ver­öf­fent­licht: 31. Juli 2026 
Label: So recordings

Now baby I’m waiting, Under the car park
Dread on my memory, Tread on my bones
These sisters and I been waiting for love

Text­aus­schnitt aus Fox­t­rot“

Opus Kink machen es einem nicht gerade leicht. Und genau des­halb macht The Sweet Good­bye“ so viel Spaß. Die Lon­do­ner wer­fen Post-Punk, No Wave, Jazz, Blä­ser und eine gehö­rige Por­tion Wahn­sinn in einen Topf und schauen offen­bar selbst gespannt dabei zu, was am Ende her­aus­kommt. Spoi­ler: Es schep­pert. Schnell wird deut­lich, dass hier nie­mand vor­hat, den nächs­ten glatt­po­lier­ten Indie-Hit abzu­lie­fern. Bass und Schlag­zeug trei­ben wuch­tig nach vorne, die Gitarre sägt ordent­lich und dann kom­men auch noch diese Blä­ser ins Spiel. So ent­steht ein herr­li­ches Durch­ein­an­der über alle Gen­res hinweg.

Ist das schon Jazz?

Was mir an Opus Kink beson­ders gefällt: Die Band benutzt ihre umwer­fende Blä­ser­sek­tion nicht als Trieb­fe­der für über­am­bi­tio­nier­ten Indie-Rock, damit das Ganze sich irgend­wie inter­es­sant anhört. Die Blä­ser dür­fen ner­ven, lär­men und eska­lie­ren. Über­haupt klingt das gesamte Album ange­nehm unauf­ge­räumt. Die Songs stol­pern, sprin­gen und bre­chen gerne mal aus ihrer Spur aus. Trotz­dem wirkt das Ganze kei­nes­wegs zufäl­lig. Hin­ter dem Chaos steckt eine ziem­lich prä­zise Band, die offen­bar genau weiß, wann sie noch einen Gang höher schal­ten muss.

Wilder Genre-Mix

Opus Kink haben dabei eine ange­nehm thea­tra­li­sche Seite. Man­che Momente wir­ken fast gro­tesk, andere ziem­lich düs­ter. Doch es ist gerade die Ver­we­bung der Gen­res, die die­ses Album so span­nend und beson­ders macht. Klez­mer geht naht­los in Mariachi über, Coun­try ver­steht sich mit Jazz, Kaba­rett tanzt den Ska. Und dann ist da auch noch das irre, mit The New Eves ein­ge­spielte The Head Tree“. Das Ganze lässt sich am ehes­ten mit kom­plet­ter musi­ka­li­scher Ver­wahr­lo­sung bezeich­nen. Es ist eine Musik, die gera­dezu nach einem Live-Auf­tritt in einem ver­schwitz­ten Club schreit. Laut, schräg, jaz­zig, pun­kig und ange­nehm ungehobelt.

Nichts zum Nebenbeihören

Tat­säch­lich brauchte es eine Zeit, bis mich The Sweet Good­bye“ so rich­tig gecatcht hat. Aber mit jedem Durch­lauf öff­net sich das Album. Je öfter man zuhört, desto mehr bleibt hän­gen: ein Rhyth­mus, ein Blä­ser­satz, eine schräge Wen­dung oder die­ser Moment, in dem alles kurz davor ist, aus­ein­an­der­zu­flie­gen. Dazu kommt die­ser schwarze, teil­weise bit­ter­böse Humor über Abgründe, Bezie­hun­gen und all dem mensch­li­chen Irr­sinn, der einen immer wie­der auf Repeat drü­cken lässt.