Aadam Jacobs gilt als wohl einer der eifrigsten Archivare der Indie- und Underground-Szene
Aadam Jacobs scheint eine zentrale Figur der Chicagoer Musikszene zu sein und ist bekannt für seine umfangreichen Live-Mitschnitte von Konzerten in den 1980er bis 2000er Jahren. Über zwei Jahrzehnte hinweg besuchte er ein Dutzend oder mehr Konzerte pro Monat, baute seine Mikrofone und sein Deck auf und nahm die Auftritte für seine Privatsammlung auf. Damit hat sich Jacobs den Ruf als „Chicagos Taping Guy“ errungen, schließlich hat er Tausende von Live-Auftritten vornehmlich in Chicagos Indie-Rock- und Underground-Musiklokalen aufgenommen, darunter frühe Gigs von Nirvana, Sonic Youth, Wire und The Flaming Lips. Er war Stammgast in legendären Clubs wie Metro oder Lounge Ax und entwickelte sich zu einem wichtigen Archivar der Indie- und Underground-Szene. Jacobs’ Engagement für die Bewahrung dieser Live-Auftritte gipfelt in einem riesigen Archiv von Audiokassetten. Es gibt rund 10.000 Kassetten mit je ca.3 Sets, sodass das Archiv wahrscheinlich rund 30.000 einzelne Auftritte umfasst.
Riesiges Download-Archiv
Seine Aufnahmen, zunächst auf Kassette, später digital, sind ein wertvoller Schatz für Musikfans und Historiker. Seit Herbst 2024 wird sein Archiv in Zusammenarbeit mit dem Live Music Archive digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht. Jacobs’ Arbeit wurde in Dokus, Artikeln und Podcasts gewürdigt, zuletzt im Film Melomaniac (2023). Sein Engagement sichert die Erinnerung an eine prägende Ära der Musikgeschichte. Neben seiner Rolle als Musikarchivar hat Jacobs auch Musiker und Bands unterstützt, indem er ihnen Aufnahmen ihrer eigenen Konzerte zur Verfügung stellte. Seine Sammlung ermöglicht nicht nur einen nostalgischen Rückblick, sondern dient auch als wertvolle Quelle für die Erforschung der alternativen Musikszene Chicagos und deren Einfluss auf spätere Generationen.
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