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Catherine Graindorge

Cathe­rine Gra­ind­orge ist eine bel­gi­sche Vio­li­nis­tin, die in der Instru­man­tal-Post­rock-Band Nile On waX spielt und dar­über hin­aus auch Musik für Film und Thea­ter kom­po­niert. Sie spielte mit zahl­rei­chen, inter­na­tio­na­len Künst­lern zusam­men – zum Bei­spiel Nick Cave, War­ren Ellis, Debbie Harry und Mark Lane­gan, John Parish, Chris Eck­man oder auch Andrea Schroe­der. Mit Iggy Pop ver­öf­fent­lichte sie 2022 das fas­zi­nie­rende Album „The Dic­ta­tor“ – irgendwo ange­sie­delt zwi­schen Ambi­ent und Post­rock. Ihr ers­tes Solo­al­bum „The Secret of us all“ erschien 2012, 2021 folgte „Eldo­rado“.

Catherine Graindorge, Songs For The Dead

Catherine Graindorge

Songs for the Dead

Ver­öf­fent­licht: 26. April 2024
Label: Glit­ter­beat


Take my Head, but save my Soul
to suffer this Misery 

Text­aus­schnitt aus „Orpheus’ Head”

Nach ihrem auf­re­gen­den 2022er Album „The Dic­ta­tor“ mit Iggy Pop kehrt die bel­gi­sche Gei­ge­rin Cathe­rine Gra­ind­orge mit dem düs­te­ren Album „Songs of the Dead“ zurück. Beglei­tet wird sie unter ande­rem vom Key­boar­der Simon Ho, dem Sän­ger Simon Huw Jones (And Also the Trees) und vom Bas­sis­ten Pas­cal Hum­bert (16 Hor­se­power, Lilium). „Songs for the Dead“ ist ein ruhi­ges, unauf­dring­li­ches Werk mit viel Licht und Schat­ten, in dem erwar­tungs­ge­mäß die meist gestri­che­nen Klänge der Vio­line und Viola im Vor­der­grund ste­hen. Die oft karg arran­gier­ten Tracks bewe­gen sich sti­lis­tisch zwi­schen Ambi­ent und Post­rock mit gele­gent­li­chen Aus­flü­gen in Avant-Prog. Dabei sorgt die sonore Stimme von Simon Huw Jones, der die Lyrics mal gesang­lich mal gespro­chen vor­trägt, für Wärme und Inten­si­tät. Und nicht sel­ten erin­nert sein Gesangs­stil deut­lich an Nick Cave – beson­ders bei dem Track „Orpheus’ Head“. Er steht zudem in schö­nem Kon­trast zu der äthe­ri­schen Stimme Cathe­rine Graindorges.

Düstere Geschichten und Mythen

Und es gibt viel zu ent­de­cken in den Geschich­ten von Orpheus und Eury­dike und Gins­bergs Traum­be­geg­nung mit Joan Voll­mer. Alte und moderne Mythen, Legen­den und Geschich­ten. So basiert der Track „Joan“ auf dem Gedicht „A Dream Records“ von Allen Gins­berg. Dazu Gra­ind­orge: „In this dream, Gins­berg meets Joan in a gar­den in Mexico City, she is sit­ting in a gar­den chair, they are chat­ting, laug­hing… and then he rea­li­ses she is dead and sees her grave. Joan Voll­mer died at the age of 28, acci­den­tally mur­de­red by her hus­band, the wri­ter Wil­liam Bur­roughs, while they were under the influence of alco­hol and drugs. I felt like dedi­ca­ting a song to her.“ Gra­ind­or­ges Brat­sche und ihre Stimme ver­schmel­zen in die­sem Track zu einer sehn­süch­ti­gen Trau­er­klage. Durch­ge­hend ist das Album durch­zo­gen von dunk­ler Vor­ah­nung, Trauer und Ver­lust. Alles gip­felt in dem von Simon Hos Kla­vier domi­nier­ten „Time Is Bro­ken“, in dem Jones und Gra­ind­orge (mit Toch­ter Lula Rabi­no­vitch) im Duett sin­gen, bis die Musik ver­klingt und mit der letz­ten Zei­len endet: „Es gibt nichts mehr zu sagen.“ „Songs for the Dead“ ist ein ruhi­ges, unauf­dring­li­ches Album, auf dem sich die Melo­dien lang­sam ent­fal­ten und die Stille genauso wich­tig ist wie die Noten. Auf jeden Fall ein wei­te­rer fas­zi­nie­ren­der Out­put die­ser Musikerin.