Epstein-Files im Musikbusiness angekommen

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Die Enthüllungen rund um die Epstein-Files schlagen nun auch im Musikbusiness hohe Wellen. Nachdem Verbindungen von Top-Manager Casey Wasserman distanzieren sich immer mehr Artists von seiner Agentur.

Der Epstein-Skan­dal erschüt­tern nun auch das Musik­ge­schäft: Nach­dem der Name von Casey Was­ser­man im Zuge neu ver­öf­fent­lich­ter Epstein-Doku­mente gefal­len ist, zie­hen zahl­rei­che Acts Kon­se­quen­zen – und ver­las­sen seine Agen­tur. Kon­kret geht es um alte E‑Mail-Kon­takte zwi­schen Was­ser­man und der Epstein-Ver­trau­ten Ghis­laine Max­well, die im Zuge der Ver­öf­fent­li­chung aus Epstein-Files öffent­lich wur­den. Obwohl Was­ser­man betont, die Kor­re­spon­denz stamme aus einer Zeit lange vor spä­te­ren Ver­ur­tei­lun­gen und sei aus dem Kon­text geris­sen wor­den, wächst der öffent­li­che Druck gerade in einer Bran­che, die zuneh­mend Trans­pa­renz und Hal­tung fordert.

Stars & Indies ziehen die Reißleine

Pop-Star Chap­pell Roan machte den Schritt öffent­lich und been­dete die Zusam­men­ar­beit – und sie ist nicht allein: Im Zuge des Skan­dals haben sich auch zahl­rei­che Acts aus dem Indie- und Alter­na­tive-Bereich distan­ziert oder ihre Ver­träge been­det. Dazu zäh­len u. a. Water From Your Eyes, die erklär­ten, keine wei­tere Zusam­men­ar­beit mit Was­ser­man zu wol­len, sowie die Rock-Band Wed­nes­day, die ein kla­res State­ment gegen die wei­tere Ver­tre­tung durch die Agen­tur abgab. Auch die irisch-ame­ri­ka­ni­schen Folk-Punks Drop­kick Mur­phys haben ihre Ver­tre­tung been­det und beton­ten ihre Wer­te­ba­sis. Wei­tere Namen, die öffent­lich Aus­tritte oder Kri­tik äußer­ten, sind etwa Beach Bunny und die Indie-Band Best Coast.

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Imagekrise mit Signalwirkung

Was zunächst nach einer PR-Krise aus­sah, ent­wi­ckelt sich zu einem Bran­chen­thema: Künst­le­rin­nen und Künst­ler prü­fen ihre Ver­träge heute nicht nur wirt­schaft­lich, son­dern auch mora­lisch – und stel­len klar, dass Repu­ta­ti­ons­ri­si­ken und Werte untrenn­bar gewor­den sind. Der Exodus bei Was­ser­man mar­kiert eine unge­wohnte Zei­ten­wende im Musik-Enter­tain­ment – eine Bran­che, die sich ihrer sozia­len Ver­ant­wor­tung und der Macht repu­ta­ti­ons­ba­sier­ter Ent­schei­dun­gen immer bewuss­ter wird.

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