Da haben sich zwei musikalische Freigeister aus Kalifornien gesucht und gefunden. Als Freckle (Sommersprossen) machen Ty Segall und Color-Green-Gitarrist und Sänger Corey Madden seit Ende 2024 gemeinsame Sache. Zwischen traditionellem Americana, Psychedelia und fuzzgetriebener Rock-Exzentrik lassen sie uns die kalifornische Sonne spüren. Die Chemie zwischen den beiden ist deutlich spürbar, und auch wenn die Mischung aus sonnigem Folk-Rock und verzerrter Rock-Exzentrik keine radikale Neuerfindung ist, begeistert diese Kollaboration mit ihrer Spontanität und Improvisationsfreude.
Say goodnight to everything you know
A frozen kiss sent out into the air
Life’s a gas and everything’s a joke
Starry eyes grow heavy, slowly chokeHier ist die korrigierte Version deines Textes:
Textausschnitt aus „Who’s Sitting on the Moon“
Freckle – Ty Segall und Corey Madden – haben Anfang 2025 ihr selbstbetiteltes Debütalbum über FireGod? veröffentlicht, und es ist tief verwurzelt im musikalischen Kosmos der beiden Kalifornier. Es bietet viel Raum für instrumentale Experimente, greift auf klassische Rock- und Folk-Traditionen zurück und setzt – klar – auf verzerrte Gitarren. Freckle klingt nach Sonne, Strand und Meer, nach Kalifornien eben. Die Songs sind sonnengetränkt und wirken trotz aller Verspieltheit erstaunlich ausbalanciert. Segalls zumeist leicht quäkige Vocals werden oft durch Maddens tiefes Timbre geerdet. Markante, twangige Gitarrenlinien werden von detailverliebten Arrangements gehalten.
Zwischen Classic Rock und freigeistigem Psych-Folk
Musikalisch bewegt sich Freckle zwischen akustischem Psych-Folk und fuzzgetriebener Rock-Exzentrik. Schon der Opener „Paranoid“ setzt die Tonalität: eigentlich ein klassischer Segall-Track, der mit verzerrten Gitarrenwellen und Maddens rauen Backing-Vocals zu einer kantigen Rock-Hymne mutiert. „Taraval“ wiederum erinnert mit seinen warmen, von den 70ern inspirierten Harmonien ein wenig an T. Rex, während das kakophonische „That’s All We Wrote“ die experimentelle Seite des Albums betont. Besonders bemerkenswert ist auch „Who’s Sitting on the Moon“, das introspektive Texte mit einem flirrenden, hallgetränkten Sound vereint. Zeilen wie „Life’s a gas, and everything’s a joke“ zeigen, dass Segall und Madden mehr auf impressionistische Lyrics setzen, anstatt klare Geschichten zu erzählen. Die Texte sollen stimmungserzeugend wirken und fungieren als weiteres Instrument in der Klanglandschaft des Albums. Der Track „Heavy“ kommt – ganz im Gegensatz zu seinem Titel – mit einer ungeheuren Leichtigkeit und Frische daher und blickt zurück in die Flower-Pop-Tage der 70er.
Ein luftiges Vergnügen ohne Längen
Leider ist das Debüt mit knapp 30 Minuten Spielzeit ein wenig kurz geraten, Vergnügen bereitet es dennoch. Die Tracks sind kompakt, ohne sich allzu ernst zu nehmen, und bewegen sich geschickt zwischen lockeren Jams und durchdachten, intensiven Arrangements. Auch die experimentellen, schrägen Momente wie der Titeltrack oder „That’s All We Wrote“ fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein. Das Duo erschafft mit diesem Album einen Sound, der zwar nostalgisch zurückblickt, aber dennoch erfrischend frei und ungezwungen wirkt.