Freckle

Durch­schnitt­li­che Lese­dauer 2 Minu­ten

Da haben sich zwei musi­ka­li­sche Frei­geis­ter aus Kali­for­nien gesucht und gefun­den. Als Freckle (Som­mer­spros­sen) machen Ty Segall und Color-Green-Gitar­rist und Sän­ger Corey Mad­den seit Ende 2024 gemein­same Sache. Zwi­schen tra­di­tio­nel­lem Ame­ri­cana, Psy­che­de­lia und fuzzge­trie­be­ner Rock-Exzen­trik las­sen sie uns die kali­for­ni­sche Sonne spü­ren. Die Che­mie zwi­schen den bei­den ist deut­lich spür­bar, und auch wenn die Mischung aus son­ni­gem Folk-Rock und ver­zerr­ter Rock-Exzen­trik keine radi­kale Neu­erfin­dung ist, begeis­tert diese Kol­la­bo­ra­tion mit ihrer Spon­ta­ni­tät und Improvisationsfreude.

Freckle, Freckle

Freckle

Freckle

Ver­öf­fent­licht: 31.01 2025
Label: FireGod?/Drag City

Say goodnight to everything you know
A frozen kiss sent out into the air
Life’s a gas and everything’s a joke
Starry eyes grow heavy, slowly choke

Hier ist die kor­ri­gierte Ver­sion dei­nes Textes:

Text­aus­schnitt aus Who’s Sit­ting on the Moon“

Freckle – Ty Segall und Corey Mad­den – haben Anfang 2025 ihr selbst­be­ti­tel­tes Debüt­al­bum über Fire­God? ver­öf­fent­licht, und es ist tief ver­wur­zelt im musi­ka­li­schen Kos­mos der bei­den Kali­for­nier. Es bie­tet viel Raum für instru­men­tale Expe­ri­mente, greift auf klas­si­sche Rock- und Folk-Tra­di­tio­nen zurück und setzt – klar – auf ver­zerrte Gitar­ren. Freckle klingt nach Sonne, Strand und Meer, nach Kali­for­nien eben. Die Songs sind son­nen­ge­tränkt und wir­ken trotz aller Ver­spielt­heit erstaun­lich aus­ba­lan­ciert. Segalls zumeist leicht quä­kige Vocals wer­den oft durch Mad­dens tie­fes Tim­bre geer­det. Mar­kante, twan­gige Gitar­ren­li­nien wer­den von detail­ver­lieb­ten Arran­ge­ments gehalten.

Zwischen Classic Rock und freigeistigem Psych-Folk

Musi­ka­lisch bewegt sich Freckle zwi­schen akus­ti­schem Psych-Folk und fuzzge­trie­be­ner Rock-Exzen­trik. Schon der Ope­ner Para­noid“ setzt die Tona­li­tät: eigent­lich ein klas­si­scher Segall-Track, der mit ver­zerr­ten Gitar­ren­wel­len und Mad­dens rauen Back­ing-Vocals zu einer kan­ti­gen Rock-Hymne mutiert. Tara­val“ wie­derum erin­nert mit sei­nen war­men, von den 70ern inspi­rier­ten Har­mo­nien ein wenig an T. Rex, wäh­rend das kako­pho­ni­sche That’s All We Wrote“ die expe­ri­men­telle Seite des Albums betont. Beson­ders bemer­kens­wert ist auch Who’s Sit­ting on the Moon“, das intro­spek­tive Texte mit einem flir­ren­den, hall­ge­tränk­ten Sound ver­eint. Zei­len wie Life’s a gas, and everything’s a joke“ zei­gen, dass Segall und Mad­den mehr auf impres­sio­nis­ti­sche Lyrics set­zen, anstatt klare Geschich­ten zu erzäh­len. Die Texte sol­len stim­mungs­er­zeu­gend wir­ken und fun­gie­ren als wei­te­res Instru­ment in der Klang­land­schaft des Albums. Der Track Heavy“ kommt – ganz im Gegen­satz zu sei­nem Titel – mit einer unge­heu­ren Leich­tig­keit und Fri­sche daher und blickt zurück in die Flower-Pop-Tage der 70er.

Ein luftiges Vergnügen ohne Längen

Lei­der ist das Debüt mit knapp 30 Minu­ten Spiel­zeit ein wenig kurz gera­ten, Ver­gnü­gen berei­tet es den­noch. Die Tracks sind kom­pakt, ohne sich allzu ernst zu neh­men, und bewe­gen sich geschickt zwi­schen locke­ren Jams und durch­dach­ten, inten­si­ven Arran­ge­ments. Auch die expe­ri­men­tel­len, schrä­gen Momente wie der Titel­track oder That’s All We Wrote“ fügen sich naht­los in das Gesamt­bild ein. Das Duo erschafft mit die­sem Album einen Sound, der zwar nost­al­gisch zurück­blickt, aber den­noch erfri­schend frei und unge­zwun­gen wirkt.