Zwischen Ehrung, Streit und Ironie: Ein Blick auf die neuen Mitglieder der Rock & Roll Hall of Fame
Es hat drei Anläufe gebraucht, bis es endlich so weit war: Joy Division und New Order werden 2026 gemeinsam in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Peter Hook, Bassist beider Bands, ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, seine Freude in einem Social-Media-Video auszudrücken – und sorgte mit einem Oasis-T-Shirt für einen subtilen Seitenhieb.
Freude und Seitenhieben
„Ich bin wunderbar erfreut, endlich aufgenommen zu werden“, verkündete Hook und widmete die Ehrung dem verstorbenen Joy-Division-Frontmann Ian Curtis sowie den treuen Fans. Doch die Geschichte hinter der Reunion ist alles andere als harmonisch: Nach seinem Ausstieg bei New Order 2007 eskalierte ein Rechtsstreit um Tantiemen und Bandvermögen. Seitdem spart Hook nicht mit Kritik an seinen Ex-Kollegen und bezeichnet die aktuelle Bandbesetzung als „schlechte Coverband“.
Wiedervereinigung auf der Bühne?
Ob Bernard Sumner, Stephen Morris und Gillian Gilbert bei der Zeremonie erscheinen werden, steht noch in den Sternen. Hook kommentierte die Zurückhaltung der anderen gewohnt sarkastisch: „Sie verdienen genug damit, New Order zu spielen, also müssen sie sich darüber keine Gedanken machen.“ Auf die Frage, ob er mit ihnen auftreten würde, scherzte er, man habe ihm einen Boxring angeboten – das verspricht Spannung.
Oasis und die Hall of Fame
Auch Oasis stehen in diesem Jahr im Rampenlicht. Während Hook sich mit dem T‑Shirt solidarisch zeigte, reagierte Noel Gallagher 2024 gewohnt scharfzüngig auf seine Nominierung: „Fick die Rock’n’Roll Hall of Fame“, polterte er auf X und erklärte, er brauche keine „Pisser-Trophäe von einem Greis in einem Cowboyhut“. Trotzdem: Oasis, Iron Maiden, Billy Idol, Sade, Luther Vandross und der Wu-Tang Clan zählen 2026 zu den neuen Mitgliedern.
Vielfalt statt Einheitsbrei
Die Rock & Roll Hall of Fame in Cleveland bemüht sich dieses Jahr um mehr Diversität – Acts aus Rock, Pop, Latin, R&B, Hip-Hop, Post-Punk und Heavy Metal sind vertreten. Ein Zeichen für Wandel, wie auch John Sykes, Vorsitzender der Hall of Fame Foundation, betont: Die aktuelle Auswahl spiegle die fortwährende Entwicklung der Musiklandschaft wider.
Finale im November
Der Early Influence Award geht unter anderem an Fela Kuti, Queen Latifah, MC Lyte und Gram Parsons. Rick Rubin und Linda Creed werden mit dem Musical Excellence Award ausgezeichnet, der Ahmet Ertegun Award geht posthum an Ed Sullivan. Die Aufnahmezeremonie findet am 14. November 2026 in Los Angeles statt, eine TV und Streaming Ausstrahlung folgt im Dezember über ABC und Disney+. Ob die legendären Streithähne von New Order und Joy Division sich die Bühne teilen, bleibt spannend.

