Jello Biafra: Schlaganfall in der Nacht

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Der ehemalige Dead-Kennedys-Frontmann Jello Biafra ist nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 67-jährige Punkmusiker meldete sich selbst zu Wort und zeigte sich trotz der Diagnose kämpferisch.

Jello Biafra, ursprüng­li­cher Front­mann der Dead Ken­ne­dys und eine der prä­gends­ten Figu­ren des US-Punks, ist nach einem hämor­rha­gi­schen Schlag­an­fall ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wor­den. Der 67-jäh­rige Musi­ker gab die Nach­richt selbst über das Insta­gram-Pro­fil sei­nes Labels Alter­na­tive Ten­ta­cles bekannt. Der Schlag­an­fall ereig­nete sich am 7. März und wurde durch Blut­hoch­druck aus­ge­löst. In einem per­sön­li­chen State­ment beschrieb Biafra den Moment: Er sei nachts aus dem Bett gesprun­gen, um zur Toi­lette zu gehen, als plötz­lich sein lin­kes Bein nach­gab. Ich fiel zu Boden und konnte den Sturz nicht ein­mal mit mei­nem lin­ken Arm abfan­gen“, schrieb er. Der Ver­such auf­zu­ste­hen schei­terte – erst in die­sem Moment wurde ihm klar, was pas­siert war: Da dachte ich: Oh Mist, ich habe einen Schlaganfall.“

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Stabiler Zustand und Fokus auf Rehabilitation

Nach Anga­ben sei­nes Teams befin­det sich Biafra der­zeit in sta­bi­lem Zustand. Sein Label erklärte, man sei sehr dank­bar, dass er gut ver­sorgt wird“ und werde wei­tere Updates ver­öf­fent­li­chen. Biafra selbst zeigte sich kämp­fe­risch: Er habe noch viele groß­ar­tige Dinge in sich“, müsse sich jetzt jedoch zunächst auf die Reha­bi­li­ta­tion konzentrieren.

Eine prägende Figur des US-Punks

Biafras Ver­mächt­nis reicht weit über seine Jahre bei den Dead Ken­ne­dys hin­aus. Als Mit­grün­der und Sän­ger der Band zwi­schen 1978 und 1986 prägte er mit poli­tisch auf­ge­la­de­nem Hard­core-Punk eine ganze Szene – nicht zuletzt auf ihrem Debüt­al­bum Fresh Fruit for Rot­ting Vege­ta­bles“. Danach arbei­tete er mit Pro­jek­ten wie Lard sowie mit Kol­la­bo­ra­teu­ren wie D.O.A. oder NoMe­ansNo und ver­öf­fent­lichte zuletzt 2020 das Album Tea Party Revenge Porn“. 

Dauerhafter Bruch mit den Dead Kennedys

Als sich die Dead Ken­ne­dys 2001 ohne ihn neu for­mier­ten, blieb Biafra außen vor. Ein lang­jäh­ri­ger Rechts­streit um Tan­tie­men in den spä­ten 1990er-Jah­ren belas­tete das Ver­hält­nis dau­er­haft. Die Band tritt bis heute ohne ihren eins­ti­gen Front­mann auf – ein Bruch, der den Punk-Mythos bis heute beglei­tet. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Sän­ger, Spo­ken-Word-Künst­ler und poli­ti­sche Akti­vist wurde übri­gens am 17. Juni 1958 als Eric Reed Bou­cher in Boulder, Colo­rado geboren.

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