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Kombynat Robotron

Durch­schnitt­li­che Lese­dauer 2 Minu­ten

Kom­by­nat Robo­tron grün­det sich im Früh­som­mer 2018 in Kiel als vier­köp­fige Psy­ch­rock-/Kraut­rock-Band. Neben den bei­den Gitar­ris­ten Jan­nes Ihnen und Richard Schrö­der sind Claas Ogo­rek am Bass und Tho­mas Tommy“ Hand­schick am Schlag­zeug Teil der Beset­zung. Alle Mit­glie­der sind auch in ande­ren Pro­jek­ten aktiv; durch ihre unter­schied­li­chen musi­ka­li­schen Hin­ter­gründe erfin­det sich das Kom­by­nat in aus­ufern­den Jam­ses­si­ons immer wie­der neu. Repe­ti­tive Pat­terns bil­den dabei die Grund­lage für ihre psy­che­de­li­schen, instru­men­ta­len Klang­rei­sen. Mit der EP Frohe Zukunft“ prä­sen­tiert sich die Band im Herbst 2023 erst­mals als Trio, nach­dem Gitar­rist Schrö­der aus­ge­stie­gen ist. 2025 wird das renom­mierte Lon­do­ner Indie-Label Fuzz Club bei einem Kon­zert auf die Band auf­merk­sam und nimmt sie unter Ver­trag – eine nahe­lie­gende Part­ner­schaft, wid­met sich das Label doch seit Jah­ren rohem, expe­ri­men­tel­lem Rock n’ Roll, inspi­riert von Psy­che­de­lia, Shoe­gaze, Noise, Garage, Blues, Folk und Kraut­rock. Dar­über hin­aus ist Fuzz Club bekannt für seine auf­wen­dig gestal­te­ten phy­si­schen Releases, oft in limi­tier­ten Samm­ler-Edi­tio­nen. Am 25. Juli 2025 erscheint mit AANK“ die siebte Stu­dio-LP des Trios bei Fuzz Club. Der Band­name ver­weist übri­gens auf das his­to­ri­sche Kom­bi­nat Robo­tron“, einen ehe­ma­li­gen volks­ei­ge­nen Betrieb (VEB) der DDR, der als größ­ter Com­pu­ter­her­stel­ler des Lan­des im Bereich Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie tätig war.

Kombynat Robotron, AANK

Kombynat Robotron
AANK

Ver­öf­fent­licht: 25. Juli 2025
Label: Fuzz Club

Aus der Finsternis erhebt sich das Licht – ein neuer Anfang, ein anderes Gesicht.

Text­aus­schnitt aus Fins­ter­nis”

Das 2025er Album AANK“ mar­kiert einen Wen­de­punkt für das Kie­ler Trio: Kom­by­nat Robo­tron begnü­gen sich nicht län­ger mit end­lo­sen, rein instru­men­ta­len Jam-Ses­si­ons. Wo frü­here Stü­cke locker die Zehn-Minu­ten-Marke über­schrit­ten, dau­ert der längste Track hier nur noch knapp sie­ben Minu­ten – ohne dabei an Inten­si­tät einzubüßen.

Neuer Kurs fürs Kombynat 

Zum ers­ten Mal tau­chen Vocals auf – kein klas­si­scher Gesang, son­dern man­tri­sche, ver­frem­dete Stim­men, die wie ein zusätz­li­ches Instru­ment in den hyp­no­ti­schen Groove ein­ge­speist wer­den. Mal schwe­bend, mal geis­ter­haft, mal fast pun­kig direkt – die­ses neue Ele­ment durch­zieht die gesamte Platte und ver­leiht dem Robo­tron-Sound eine zusätz­li­che Dimen­sion: struk­tu­rier­ter, aggres­si­ver, aber immer noch trance­ar­tig fesselnd.

Zwischen Ruhe und Eruption

Wäh­rend Stü­cke wie Fins­ter­nis“ und Staub“ kom­pro­miss­los antrei­ben, schlägt der Titel­track AANK“ eine ganz andere Rich­tung ein: ruhi­ger, fol­kig ein­ge­färbt, leicht ele­gi­sches Stück mit fili­gra­ner Akus­tik-Gitarre – ein Moment des Inne­hal­tens, bevor Ika­rus“ wie­der gewal­tige Klang­mau­ern errich­tet. Sau­er­stoff“ wie­derum rockt Rich­tung Stoner – diese Balance aus medi­ta­ti­ven Pas­sa­gen und erup­ti­ven Aus­brü­chen macht das Album zu einer erstaun­lich dyna­mi­schen Reise.

Live-Energie auf Band gebannt

Die Ent­schei­dung, alle Songs live im Raum ein­zu­spie­len, erweist sich als Glücks­griff. Auf­ge­nom­men im Kul­tur­zen­trum Kar­nak in Kas­sel, ein­ge­fan­gen von Felix Mar­graf, klingt AANK“ trotz sei­ner Schwere unge­mein orga­nisch. Man hört, wie drei Musi­ker, die seit Jah­ren mit­ein­an­der jam­men, im sel­ben Raum atmen, sich trei­ben las­sen und auf­ein­an­der reagie­ren. Doch was dabei ent­steht, ist weit mehr als spon­tane Impro­vi­sa­tion: Es sind Songs – druck­voll, fokus­siert und mit krau­ti­gen Exkursionen.

Ihr bisher spannendste Album

Mit AANK“ ver­dich­ten Kom­by­nat Robo­tron ihren trance­ar­ti­gen Sound und erwei­tern ihn zugleich. Gesang, kom­pak­tere Song­struk­tu­ren und ein här­te­res Klang­bild machen die Platte zur bis­lang span­nends­ten Ver­öf­fent­li­chung der Band. Ein Album, das zwi­schen Kraut­rock-Trance, Noise-Gewit­ter und psy­che­de­li­scher Weite oszil­liert – und dabei immer unver­kenn­bar nach Robo­tron klingt. Für Fans von Fuzz, Psy­che­de­lic und kos­mi­scher Rock­energie ein Genuss.