Nach der Auseinandersetzung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprechen sich Teile der Musikwelt deutlich für eine Unterstützung der Ukraine aus.
Es ist schon viel geschrieben worden über das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 28. Februar in Washington D.C. – ein Gespräch über ein mögliches Rohstoff- und Verteidigungsabkommen geriet völlig außer Kontrolle. Trump warf Selenskyj vor laufender Presse vor, nicht „bereit für den Frieden“ zu sein und mit einem „Dritten Weltkrieg zu spielen“. Auch US-Vizepräsident JD Vance war in die hitzige Diskussion verwickelt. Nun reagiert auch die Musikwelt auf den diplomatischen Eklat. Jack White, ehemaliger Frontmann der White Stripes, äußerte sich frühzeitig auf Instagram und stellte sich hinter Selenskyj: „Wolodymyr Selenskyj ist ein sehr mutiger Mann, der die Unterstützung der ganzen Welt verdient. Er kämpft für sein Volk und sein Land mit Tapferkeit und Ehre.“ Und weiter: „Irgendwann wird die Geschichte all diese falschen Führer und opportunistischen Machthaber vergessen haben, doch Selenskyj wird als Held und Verteidiger der Freiheit seines Volkes in Erinnerung bleiben. Möge Gott ihn auf seinem Weg segnen und ihm den Sieg über die Tyrannei schenken.“
Zahlreiche Künstler stimmten White zu. Die Indie-Ikone Cat Power kommentierte mit „DAS🔥✊🩵✨“, während der Rapper G. Love (Garrett Dutton) an White schrieb: „Ganz genau, Jack. Danke!“. Auch Country-Sängerin Margo Price lobte White mit den Worten „Class act“. Schauspieler Ben Stiller zeigte seine Unterstützung für die Ukraine mit einem simplen Emoji der ukrainischen Flagge auf Twitter/X.
Weitere Reaktionen
Der politisch sehr aktive Adam Michał „Nergal“ Darski, Frontman der polnischen Extreme-Metal-Band Behemoth, teilte auf Instagram direkt im Anschluss an das Treffen mit: „Trump und J.D. Vance haben sich wie zwei klassenlose, unzivilisierte Rohlinge benommen. Sie haben über Selenskyj gesprochen, ihn unterbrochen und ihn wie einen gewöhnlichen Bittsteller behandelt. Arrogant, herablassend und ohne jedes Maß an Diplomatie.” Er spricht Trump jegliches diplomatisches Gespür ab: „Solch rücksichtslose, egozentrische Inkompetenz von einem Mann, der sich für einen globalen Führer hält, ist selten. Dies war keine Verhandlung – es war eine erbärmliche Zurschaustellung von Aggression und Ignoranz. Ukraine, ihr seid NICHT allein.“
Kostenloses Ukraine-Konzert von Neil Young?
Neil Young plant als Reaktion auf das unsägliche Treffen in Washigton den Start seiner „Love Earth“-Tour, die ursprünglich in Schweden beginnen sollte, möglicherweise in die Ukraine zu verlegen und dort ein kostenloses Konzert zu spielen. Genaue Details – einschließlich Datum und Ort – will der kanadische Musiker laut seiner Webseite noch bekannt geben. Für Deutschland sind Konzerte in Berlin, Mönchengladbach und Stuttgart geplant. Sollte die Verlegung des Tourstarts tatsächlich gelingen, wäre es das erste Neil-Young-Konzert in der Ukraine. Young gilt schon lange als ein scharfer Kritiker Donald Trumps.