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Ty Segall

Three Bells

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Mul­ti­in­stru­men­ta­list, Sin­ger-Song­wri­ter und Musik­pro­du­zent Ty Segall, gebo­ren 1987 in Laguna Beach/Kalifornien, ist ein musi­ka­li­scher Work­aho­lic: Die Dis­ko­gra­fie seit sei­nem selbst­be­ti­tel­ten Debüt im Jahr 2008 ist über­wäl­ti­gend. Ob als Solo-Künst­ler oder in Beglei­tung einer sei­ner zahl­rei­chen Bands — pro Jahr gibt es min­des­tens ein gefei­er­tes Album. Dazu gesel­len sich Liv­e­plat­ten, Limi­ted Edi­ti­ons, Kas­set­ten, EPs und unzäh­lige Kol­la­bo­ra­tio­nen mit Bands wie Mikal Cro­nin oder White Fence. Die Bands, in denen er mitwirkt(e) sind nahezu unüber­schau­bar. Ein paar Namen gefäl­lig? Bro­ken Bat, CIA, GØGGS und Was­ted Shirt, Tra­di­tio­nal Fools, Epsi­lons, Party Fowl, Sic Alps und Per­verts. Wer sich die Namen auf der Zunge zer­ge­hen läßt, erahnt, wel­che Art von Musik dahin­ter­steckt: LoFi-Garage-Rock mit jeder Menge Fuzz­gi­tar­ren. Zumeist erschei­nen die Alben von Ty Segall beim Indie-Label Drag City.

Ty Segall, Trhee Bells

Ty Segall

Three Bells

Ver­öf­fent­licht: 26. Januar 2024
Label: Drag City/Indigo

Out there, it’s too busy
It’s easier inside my room

Text­aus­schnitt aus „My Room ”

Natür­lich ist die Hand­schrift von Ty Segall auf sei­nen Alben immer klar zu erken­nen. Der Mix aus schrä­gen, rum­peln­den Drum-Rhyth­men mit oft über­steu­er­ten Fuzz-Gitar­ren und Segalls Fal­sett, gebet­tet in einen schram­me­li­gen LoFi-Sound, ist ein­fach ein­zig­ar­tig. Und doch ist auf dem fünf­zehn­ten von Segall und Coo­per Crain pro­du­zier­ten Stu­dio­al­bum Three Bell so eini­ges anders. Jeder Song ist eine Reise ins Unge­wisse: Stän­dige Rhyth­mus- und Har­mo­nie­wech­sel, uner­war­tete Breaks, dann wie­der Segall-typi­sche psy­che­de­li­sche Gitar­ren-Soli und immer uner­war­tete kom­plexe, rhyth­mi­sche Art- und Prog-Struk­tu­ren zeich­nen diese 15 Psych-Rock- und Weird-Folk-Per­len aus. Gleich der Ope­ner „The Bell“ und das dar­auf­fol­gende „Void“ las­sen erah­nen, auf wel­che musi­ka­li­sche Ach­ter­bahn man sich hier einläßt. 

Ein Album mit vielen Highlights

Wenn man einige Tracks her­aus­he­ben möchte, dann sicher „My Room“, der mit sei­nen kla­ren Rock-Riffs und ein­gän­gi­gen Melo­dien zu einem sei­ner bes­ten und zugäng­lichs­ten Song gehört. Oder das drei­mi­nü­tige „My Best Fri­end“ mit sei­nem ein­gän­gi­gen Gara­gen-Rock, der so ganz nach Ty Segall klingt. Groß­ar­tig auch der Glam-Groo­ver „Hi Dee Dee“ sowie „Denée“ mit sei­nem herr­lich frea­ki­gen Schlag­zeug – ein Track, der übri­gens sei­ner Ehe­frau und Kol­la­bo­ra­teu­rin Denée gewid­met ist, die bei einem Drit­tel des Album-Mate­ri­als mit­ge­wirkt hat. Die Magie, die Ty Segall auf sei­nem neuen 66minütigen Dop­pel-Album mit Gitarre und Stimme erschafft, ist hyp­no­ti­sie­rend und berau­schend. Wer kann schon von sich behaup­ten, unver­hoh­lene John-Len­non-Anlei­hen frisch und mit­rei­ßend klin­gen zu lassen?