Cosey Mueller
Embodiment of Denial
Cosey Mueller kommt aus Berlin und zwar direkt aus dem Berlin der 80er. Oder wie Iggy Pop es in der Anmoderation seiner BBC-Radioshow formulierte: „She looks like Berlin, she sounds like Berlin.“ Zwischen Punk-Gitarre, stoischem Drumcomputer und schneidenden Synth-Linien zieht Cosey Mueller einen Sound auf, der gleich vertraut klingt und Erinnerungen weckt. Vieles daran ist tanzbar, manches fast hymnisch, doch unter der Oberfläche arbeitet ständig eine Nervosität mit — als würde die Musik die Überforderung der Gegenwart mit jedem Takt mitprotokollieren. „Embodiment of Denial“ ist nicht bloß ein Verweis auf Post-Punk, NDW und Industrial, sondern eine gegenwärtige Platte mit klarer eigener Handschrift. Die markante Stimme der Ein-Frau-Düster-Elektro-Wave-Sensation steht dabei klar im Vordergrund. Inhaltlich beschreibt die Künstlerin das Konzept des Albums als einen Aufruf zur Selbstbestimmung und als die Verweigerung („Denial“), sich von äußeren Zwängen formen zu lassen. Es ist das vierte Studioalbum der Berliner Synth-Punk-Künstlerin. In Griechenland aufgewachsen, schützt Cosey Mueller ihre wahre Identität und ihr Privatleben streng – wahrscheinlich ist ihr Künstlername eine bewusste Hommage an Cosey Fanni Tutti, die legendäre Pionierin der Industrial-Musik und Mitbegründerin der einflussreichen Bands Throbbing Gristle und Chris & Cosey. „Müller“ ist ein extrem gewöhnlicher, deutscher Nachname und wird im Punk- und New-Wave-Kontext oft ironisch genutzt. Er mag als Kontrast zu der avantgardistischen, düsteren Musik dienen, um eine Brücke zwischen radikaler Subkultur und spießbürgerlicher Alltäglichkeit zu schlagen. Egal – tanz die 80er!
Label: Bretford
Veröffentlicht: 27. Mai 2026
Genre: Post-Punk, New Wave





