Die Behörde
Der letzte Arbeitgeber
2026 feiert der Punk seinen 50. Geburtstag. Ein halbes Jahrhundert alt – und noch immer nicht totzukriegen. Überall entstehen neue Bands, auch in Bremen. Die Behörde kommt aus der norddeutschen Hansestadt, „Der letzte Arbeitgeber“ heißt ihr Debüt. Und wie es sich für Punkbands gehört, arbeitet sich das Quintett an Leistungsdruck, Büroalltag und gesellschaftlicher Entfremdung ab – das Standardrepertoire deutschsprachiger Punk- und Indiebands. Musikalisch setzt die Band auf kantige Gitarren, kalte Synthesizer und einen permanenten Vorwärtsdrang. Das entwickelt Druck, nutzt sich über die Albumlänge aber auch ein wenig ab. Vor allem hört man diesem Album jederzeit an, wo es herkommt. „Der letzte Arbeitgeber“ ist Deutschpunk durch und durch: direkt, plakativ, schwer angepisst und fest in den Traditionen des Genres verankert. Das hat durchaus Charme – Überraschungen: Fehlanzeige. Wer nach neuen Ideen oder ungewohnten Perspektiven sucht, wird hier kaum fündig. Trotzdem besitzt das Debüt eine Qualität, die vielen deutlich ambitionierteren Veröffentlichungen abgeht: Überzeugungskraft. Die Behörde klingt nie kalkuliert, nie geschniegelt und nie so, als hätte jemand die aktuelle Deutschpunk-Checkliste abgearbeitet. Die Band meint, was sie spielt – und das hört man. So bleibt „Der letzte Arbeitgeber“ ein Album, das mehr durch Haltung als durch Originalität überzeugt. Kein großer Wurf, kein neues Kapitel für den Punk, aber ein fettes Zeichen dafür, dass der DIY-Laden Punk immer noch geöffnet hat. Und das ist doch eine verdammt gute Nachricht.
Label: Flight 13
Veröffentlicht: 12. Juni 2026
Genre: Punk, New Wave






