Zoh Amba

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Zoh Amba
Eyes Full

Mit Eyes Full“ über­rascht Zoh Amba auf gan­zer Linie. Das Saxo­fon, bis­lang Ambas zen­tra­les Aus­drucks­mit­tel, tritt weit­ge­hend in den Hin­ter­grund; statt­des­sen rückt die Gitarre ins Zen­trum. Aus frei flie­ßen­den Jazz-Exkur­sio­nen wird ein wind­schie­fer Ame­ri­cana-Sound zwi­schen Folk, Blues, Coun­try und grung­i­gem Noise-Pop. Was zunächst wie ein radi­ka­ler Stil­bruch wirkt, ent­puppt sich schnell als kon­se­quente Wei­ter­ent­wick­lung: Die Inten­si­tät ihrer Impro­vi­sa­tio­nen fin­det nun ihren Weg in raue, unmit­tel­bare Songs. Eyes Full“ klingt nicht nach makel­los polier­tem Sin­ger-Song­wri­ter-Album. Gitar­ren schep­pern, Stim­men bre­chen weg, Rhyth­men gera­ten ins Tau­meln. Amba singt nicht, um zu gefal­len – immer ein biss­chen schief, ein biss­chen neben dem Beat. Die Songs schöp­fen aus Erin­ne­run­gen, Her­kunft und Ver­letz­lich­keit. Und immer wie­der geht es um Ten­nes­see, Fami­lie, Ein­sam­keit und die Men­schen klei­ner Städte. Der Ope­ner OCD“, lose inspi­riert von Ambas Zwil­lings­bru­der, erzählt von Dia­gnose, Medi­ka­men­ten und der Angst, dass mit den Sym­pto­men auch Träume ver­schwin­den. In Sou­thern Soil“ schwingt die soziale und psy­cho­lo­gi­sche Wucht der ame­ri­ka­ni­schen Opio­id­krise mit; Dead End Street“ wird zum lär­men­den Sou­thern-Rocker, der das Klein­stadt­le­ben lie­be­voll und unge­schönt betrach­tet. Ent­stan­den ist das Album gemein­sam mit Gitar­rist Kevin Hyland und Schlag­zeu­ger Jim White, bekannt unter ande­rem durch Dirty Three und The Hard Quar­tet. Auf­ge­nom­men wurde live, ohne Over­dubs. Gerade diese Unvoll­kom­men­heit macht den Reiz aus: Eyes Full“ist eine per­sön­li­che, spi­ri­tu­ell auf­ge­la­dene Samm­lung zwi­schen Appa­la­chian Folk, Coun­try-Blues und Noise – rau und berüh­rend. Ein­fach klasse!

Zur einer aus­führ­li­chen Review des Album

Label: Mata­dor Records
Ver­öf­fent­licht: 5. Juni 2026
Genre: Folk, Lo-Fi


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