Dead Pioneers
Wagon Burner
Mit „Wagon Burner“ schlagen Dead Pioneers ein neues Kapitel auf. Die politische Wut, die die Band um Gregg Deal seit ihrem Debüt antreibt, ist weiterhin allgegenwärtig, doch musikalisch öffnet sich die Gruppe stärker als je zuvor. Neben den gewohnt bissigen Punk- und Hardcore-Attacken finden sich erstmals deutlich mehr Melodie, Atmosphäre und eingängige Refrains. Besonders „Nazi Teeth“ überzeugt als kompromisslose antifaschistische Kampfansage, während „No Kings“ den Widerstand gegen autoritäre Strukturen zum mitreißenden Punk-Manifest macht. Die größte Überraschung ist jedoch „Never Alone“, eine Kollaboration mit The Interrupters. Der Song setzt auf Gemeinschaft statt Konfrontation und zeigt eine beinahe poppige Seite der Band, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu gefährden. Auch das düstere „The Worst Among Us“ mit Jason Williamson von Sleaford Mods erweitert das Klangspektrum spürbar. Die Songs besitzen weiterhin die rohe Energie früherer Veröffentlichungen, wirken aber durch die stärkere Betonung von Hooks und Dynamik zugänglicher. Vielleicht sitzt nicht jede stilistische Erweiterung perfekt, aber insgesamt gelingt Dead Pioneers jedoch der Spagat zwischen Weiterentwicklung und Haltung. Ein wütendes und überraschend eingängiges Punkalbum, das zeigt, dass politische Musik auch 2026 noch relevant und aufregend sein kann. Hör mal rein.
Zur einer ausführlichen Review des Album
Label: Hassle
Veröffentlicht: 26. Juni 2026
Genre: Punk









